Skifahren im Sommer -Ein Wochenende in Hintertux

Skifahren im Sommer -Ein Wochenende in Hintertux

Blog von unserem Teamer Lukas

„Wie kommen die Jungs von Skitours über den Sommer?“ – Teil II

Wir alle kennen Hintertux sicherlich aus dem Winter, aber wie ist es dort im Sommer? Das wollte auch unser Teamer Lukas in Erfahrung bringen und berichtet euch hier über ein Wochenende am Hintertuxer Gletscher.

Da bekanntermaßen die Skisaison aufgrund von Covid-19 leider früher als geplant enden musste, wurde ich von vielen gefragt, wie ich den Entzug vom Skifahren denn jetzt überhaupt meistern würde. Einige Zeit lang hatte ich hier auch keine wirkliche Antwort drauf. Dann jedoch entschied ich mich relativ spontan, ein Wochenende auf den Hintertuxer Gletscher zu fahren. Da ich beruflich Anfang Juli in den Süden Deutschlands musste, dachte ich mirwenn ich schon mal hier unten bin, kann ich auch nochmal in die Berge fahren”

So ging es also Freitagsnachmittags nach dem Feierabend direkt ins gepackte Auto und los Richtung Süden, nächster Stopp Vorderlanersbachim Tuxer Tal. Nach längerer Fahrt endlich angekommen, hieß es schnell das Zimmer beziehen und dann was essen. Hierfür kann ich sehrdie Pizzeria Platzl empfehlen, die Pizzen dort sind echt grandios. Anschließend ging es dann nach einem langen Tag ,voller Vorfreude auf den nächsten Tag, nur noch ins Bett.

Im Vorhinein stellte ich mir die Frage, ob ich mir einen Eintages- oder Zweitagesskipass kaufen sollte, alle die mich kennen wundern sich bestimmt jetzt darüber, war doch die Antwort eigentlich von vornerein klar. Also ging es am nächsten Morgen nach dem Frühstück direkt an die Talstation am Hintertuxer Gletscher und der Zweitagesskipass wurde gekauft. Auf dem Parkplatz und an der Liftstation wurde eins schnell deutlich, ich bin bei weitem nicht der einzige der die Idee hatte, im Sommer Ski zu fahren. Hauptsächlich waren es jedoch Teams, die auf dem Gletscher für die kommenden Wettkämpfe trainierten.

Nachdem also erst einmal ein paar Fotos bei strahlendem Sonnenschein aus dem Schnee gemacht wurden und schnell an diverse Kontakte verschickt wurden, ging es auf die Piste. Diese waren zu meiner Überraschung zu Beginn sehr hart und eisig, für die ersten Schwünge erst mal wieder ungewohnt. Die Eingewöhnung hat jedoch nur kurz gedauert, danach ging es gleich wieder zu flüssig wie im Winter. Je später es wurde, desto weicher wurden die Pisten, was aber ja auch kein Wunder ist, schließlich waren wir mitten im Hochsommer. Dennoch waren die Pisten bis zum Mittag hin in einem sehr guten Zustand. Ab ca. 14 Uhr waren die Pisten dann aber doch sehr sulzig, sodass ich mich dazu entschied, den Skitag hier zu beenden. 

In der Gondel auf dem Weg hinunter ins Tal, überlegte ich, was ich denn noch machen könnte und bin relativ schnell auf die Idee gekommen, noch eine kleine Wanderung zu unternehmen. Bei der Suche nach einer schönen Strecke bin ich dann auf die Route vom Schlegeisstausee hoch zur Olperer Hütte gestoßen, mit einem einzigartigen Panorama. Also hieß es, ab in die Unterkunft, eine Kleinigkeit essen, umziehen und dann ab ins Auto.

Am Schlegeisstausee angekommen, machte ich mich recht schnell auf den Weg nach oben, schließlich war es schon nach 16:00 Uhr. Daher hatte ich auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen, da mir nur Wanderer entgegengekommen sind, aber keiner mehr um die Uhrzeit sonst noch hochgelaufen ist. Dementsprechend forcierte ich mein Tempo, um nicht zu spät oben und vor allem später wieder unten zu sein. Allerdings blieb unterwegs immer noch genügend Zeit den Ausblick auf den Stausee zu genießen. 

Schlegeisstausee

An der Olperer Hütte angekommen, machte ich noch einen kurzen Schlenker zur bekannten Hängebrücke ein Stück oberhalb der Hütte. Dieser Fotospot ist sicherlich vielen bekannt. Da es schon recht spät war, waren auch nicht mehr so viele Leute dort, dennoch spielten sich dort unglaubliche Szenen ab, beim Kampf um das beste Foto für Instagram und Co. So gab es beispielsweise eine verbale Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe, die auf der Suche nach dem perfekten Foto waren und dabei die ganze Brücke versperrten und einer Gruppe Wanderer, die lediglich die Brücke auf ihrer Wanderroute überqueren mussten. Mir war es daher schon fast peinlich, dass ich ebenfalls von der Kulisse ein Foto machen wollte. Daher entschied ich mich umzudrehen, auf der Hütte was zu essen und dann nochmal an der Hängebrückevorbeischauen, in der Hoffnung, dass dann dort nichts mehr los ist. Dies hat dann auch ganz gut geklappt, sodass ich in Ruhe dann auch noch die klassischen Touri-Fotos machen konnte (natürlich nur um Content für Skitours zu haben ? )

Anschließend ging es dann wieder runter ins Tal, schließlich stand ja für den nächsten Tag wieder früh aufstehen auf dem Programm, da ich ja rechtzeitig wieder auf dem Gletscher sein wollte. Was ich allerdings dann auf dem Rückweg erlebte, toppte alles…

Relativ zeitgleich mit mir machten sich noch ein paar weitere Leute auf den Rückweg ins Tal. Besonders ist mir dabei ein jüngeres Paar aufgefallen, was Schwierigkeiten beim Abstieg hatte. Zum einen waren sie nicht gerade für eine solche Wanderroute ausgestattet, zum anderen bereits körperlich sehr an ihren Grenzen. Nachdem ich bereits ein gutes Stück des Weges bestritten hatte und beim Blick zurück gesehen habe, dass die immer noch sehr weit oben sind, entschied ich mich dazu, zurück zu gehen und die beiden beim Weg nach unten zu unterstützen und zu helfen. Schließlich war es bereits schon nach 19:00 Uhr. So machten wir uns dann zu dritt den Weg hinunter, während es immer kühler und auch dunkler wurde. 

Zum Glück hatte ich für mich einen Pullover eingepackt und aus irgendeinem Grund ist auch eine Stirnlampe in meinem Rucksack gelandet, die ich auch erst dort entdeckte. Die wurde noch enorm wichtig, da es mittlerweile stockduster war und man schlichtweg ohne Lampe nichts mehr gesehen hat. 

Letztendlich kamen wir um 0:00 Uhr am Parkplatz wieder an, wir brauchten also ca. fünf Stunden für den Abstieg. Auf die Frage, wann sie sich denn auf den Weg nach oben gemacht hatten, sagten sie 12 Uhr. Die beiden brauchten also 6 Stunden für den Aufstieg und 5 Stunden für den Abstieg, für eine Wanderung die pro Strecke auf ca. 1,5 bis 2 Stunden ausgelegt ist. Ich hoffe die beiden haben daraus gelernt und werden sich das nächste mal besser informieren, bevor sie nur auf der Suche nach dem perfekten Bild sich und andere in Gefahr bringen. Daher auch eine Bitte an alle anderen, informiert euch bitte über die Routen, die ihr gehen wollt und überschätzt euch nicht.

Am Ende war auch dann um 01:00 Uhr komplett fertig endlich in der Unterkunft. Auf ein solches Erlebnis hätte ich auch gut und gerne verzichten können. Denn so ganz ohne war das ganze schließlich nicht. Dementsprechend beschäftigte mich das ganze auch noch und die Nacht wurde entsprechend kurz, denn der zweite Tag auf dem Gletscher stand ja noch bevor. 

Da ich es dann leider doch nicht ganz so früh aus den Federn geschafft hatte, wie ursprünglich geplant, war ich auch einen Tick später erst am Gletscher. Man hat schon gemerkt, dass es wärmer ist als am Tag zuvor. Daher waren die Pisten auch nicht mehr so hart wie am Vortag. Aber es waren trotzdem wieder Top-Bedingungen und strahlend blauer Himmel. 

So konnte ich den Tag auf den Pisten in Hintertux noch einmal vollends genießen und zumindest ein paar von den im Frühling ausgefallenen Schwüngen nachholen, bevor es dann wieder ins Auto ging und am Montag wieder die Arbeit gerufen hat.

Alles in allem war es aber ein super Wochenende in im Tuxer Tal, zwar leider auch mit Erlebnissen, auf die man verzichten könnte, aber dafür haben die Stunden auf der Piste entschädigt. Ich muss aber auch tatsächlich gestehen, ich bin zwar absolut Skiverrückt und nutze während der Saison nahezu jeden freien Tag zum Skifahren und es war auch ein super Wochenende mit Top-Pistenbedingungen, dennoch glaube ich, dass es eher eine Ausnahme war und ich im Sommer den Gletscher, Gletscher sein lasse und mich auf das Skifahren von Herbst bis Frühling freue. 

Es gibt keine geplanten Veranstaltungen.